Filmscreening „Millis Erwachen“

Mit anschließender Diskussion mit Wopana Mudimu und Natasha A. Kelly

1911 malte Ernst Ludwig Kirchner die »Schlafende Milli« nackt auf einer Couch liegend. Als Inspirationsquelle ließ er nur die eigene Potenz gelten. Während zahlreiche Kunsthistoriker*innen neben der Ästhetik auch die Sexualfantasien von Kirchner in den Fokus ihrer Analysen nehmen, taucht der Film in die Gedanken - und Gefühlswelt seiner »Muse « ein und lässt Milli sinnbildlich erwachen.

In Interviews mit der Filmemacherin Natasha A. Kelly kommen Schwarze Kunstschaffende verschiedener Generationen zu Wort, die in und durch ihre künstlerische Arbeit die gängigen kolonialtradierten Stereotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen* innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgeformt haben. Sie berichten von ihren Herausforderungen in und mit deutschen Kunstinstitutionen, von visueller Repräsentation und politischer und sozialer Ausgrenzung. Wo lässt sich auf ihren Erfahrungen aufbauen? Welche Strategien können zusammengebracht werden? Welche müssen neu gedacht werden? Kunst bildet damit nicht nur die Architektur des Films, sondern wird auch als Grundstein für den sozialen und politischen Aktionismus der Projektbeteiligten dargestellt.

Dr. phil. Natasha A. Kelly ist freie Autorin, Kuratorin und Wissenschaftlerin. In ihren Arbeiten verbindet sie Theorie und Praxis und schafft es damit, Transferleistungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik herzustellen. Zudem ist sie seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community engagiert. Neben ihrer beratenden Tätigkeit für verschiedene Kunstinstitutionen ist sie die künstlerische Leiterin der Theaterreihe »M(a)y Sister«, die seit 2015 am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin aufgeführt wird. Ihr Debütfilm »Millis Erwachen« (2018) lief von Juni bis September 2018 auf der 10. Berlin Biennale und ist von Oktober 2018 bis März 2019 am Museum für Moderne Kunst MMK in Frankfurt zu sehen.

Mit der gleichnamigen Publikation und ihrem gleichzeitigen Debüt als Filmemacherin stellt sie entgegen den gängigen Formaten der Dominanzgesellschaft kollektive Erfahrungen und Gefühle von Schwarzen Künstlerinnen in ihrer Vielfältigkeit und Verwobenheit dar, sodass die Kontinuität Schwarzen Feminismus in Deutschland sichtbar wird.

Moderation: Wopana Mudimu (Wopana.Words & Art.)
Emilene Wopana Mudimu, geboren am 26.02.1992 in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), ist Aktivistin, Sozialarbeiterin und Poetin aus Aachen. Sie war unter anderem Co-Initiatorin des Ausländer Lesekreises an der Universität zu Köln. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind neben Hair Politics, Empowerment-Arbeit mit Schwarzen und of Color Menschen, insbesondere Frauen* und Jugendlichen, rassismuskritische (Sensibilisierung-) Trainings und Textproduktion- Workshops. Sie leitet gemeinsam mit ihrem Ehemann Sebastian Walter den KingzCorner e.V., einen Jugendkulturverein und Träger der freien Jugendhilfe aus Aachen.

Da unser Projekt "Die offene Gesellschaft und ihre Möglichkeiten gestalten wir gemeinsam" seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf Empowerment legt, ersucht diese Veranstaltung vor allem empowernde Momente des Films und des Entstehungsprozesses.

Wenn ihr das Angebot einer Kinderbetreuung in Anspruch nehmen wollt, meldet euch bitte rechtzeitig per Mail.

Ort: Münsterstraße 54, 44145 Dortmund

Anmeldung: m.kono-patel@vkii-ruhrbezirk.de